Chapitre 5 [D]

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Chapitre 5 [D]

Message par Admin le Lun 15 Juin 2009 - 8:32

Die Klassenlehrerin, Frau Müller, teilt der verduzten Klasse mit, dass Ramona Reuter von heute ab die Schule nicht mehr besuchen wird. Kein weiterer Kommentar ist nötig, alle haben verstanden, warum Ramona wegbleibt. Ihre Kameraden sind sehr überrascht, denn das Mädchen galt als regimetreu, ihre Eltern waren sogar Staatsfunktionäre.
Bei Sabine und Karin löst diese Flucht eine Reihe von Überlegungen aus. Sie haben den Eindruck, nur die Dummen bleiben. Ramona ist die erste Schülerin der Klasse, aber in der Umgebung sind viele Leute plötzlich verschwunden. Ein paar Wochen später berichten diese dann von ihrer Niederlassung im Westen und dem neuen, freien Leben. Mit der Zeit versiegt dann der Kontakt.
Auch bei anderen Schülern hat Ramonas Wegbleiben Diskussionen ausgelöst. Ein Junge zum Beispiel will lieber ‘abhauen’ als zur Armee gehen. Sie wissen, dass Tausende Ausreiseanträge gestellt haben, was einige die Stelle gekostet hat, ohne ihnen den Weg in den Westen zu öffnen.
Sabine und Karin gehen zu einer Versammlung in der Kirche, wo sie diskutieren und ihre eigene Meinung vertreten dürfen. Diese Versammlungen sind aber bei Frau Müller verpönt, und sie bringt bei jeder Gelegenheit die Kirche sofort mit Religionskriegen in Verbindung, um den Leuten in der Gruppe indirekt Vorwürfe zu machen. Die Mädchen schimpfen sich selbst Feiglinge, weil sie auf solche Anspielungen nicht reagieren, aber sie befürchten Repressalien vor dem Abitur oder bezüglich des Studienplatzes.
Schließlich bricht zwischen den beiden Freundinnen Sabine und Karin zum ersten Mal Streit aus : Karins Bruder ist bei einem illegalen Grenzübertritt erwischt , schwer verletzt und zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Dieses Ereignis hat Karins Familie schwer zugesetzt. Die Ehe ist in die Brüche gegangen, und Karins Schwester hat als Protest das Studium nicht angetreten. Bei Karin zu Hause herrscht seither schlechte Stimmung. Aber Karins Bruder wollte weder zur Armee gehen noch ein vorgeschriebenes Studium absolvieren, sondern er wünschte Musiker zu werden.
Für Sabine ist diese Geschichte ziemlich abgedroschen, was sie ihrer Freundin auch sagt. Karin wird wütend und verdächtigt Sabines Familie wie der Bruder Mario flüchten zu wollen. Dabei entflammen sich ihre Gemüter, es kommt zu Tränen.
Die Versöhnung bleibt aber nicht lange aus. Karin gesteht noch unter Tränen, dass sie die traurige Stimmung zu Hause satt hat. Sie möchte mit ihren siebzehn Jahren die Jugend genießen, tanzen gehen, sich verlieben... Plötzlich scheint ihr Entschluss festzustehen : “Nach dem Abitur haue ich ab !“ ruft sie in ihrer Aufregung und verschwindet, ohne sich weiter um die sprachlose Sabine zu kümmern.

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